
In den USA spricht man bereits von einem “Website Validation Showdown”. Webseiten treten öffentlich gegeneinander an um bei der Prüfung mit besseren Punktezahlen zu glänzen. Webseiten, welche das Ranking der geprüften Webseiten bekannt geben, dienen als wahre Wundermittel in der Positionierung – den die besten Webseiten, also die mit den geringsten Fehlern, werden oben auf den Listen geführt. Natürlich als Link.
Diese Entwicklung ist erfreulich muss aber noch auf Funktionalität für den User ausgebaut werden. Nicht nur technische Kriterien, wie korrektes XHTML oder CSS sind in Zukunft entscheidend, sondern der “Usabilityfactor” – der Kundennutzen. Diese sehe ich weit vor der Beurteilung durch Wikipedia oder der Listung in DMOZ.
Ein Beispiel, eine Firma die Outdoor-Moden online verkauft und sich auf die Haut des Wolfes beruft, erfüllt zwar mit der Webseite womöglich alle technischen Feinheiten. Bei dem Usabilityfactor – also dem Kundennutzen – aber patzt sie ungemein.
Nach Ausfüllen der Daten für den User-Account und Bestätigung des Warenkorbinhaltes bekommt der User folgende Fehlermeldung zu sehen:
“Leider hat unsere Bonitätsprüfung ergeben, dass wir Sie nicht per Rechnung beliefern können, bitte wählen Sie eine andere Art der Bezahlung in dem unten angegebenen Pop-Up-Menü aus.” So geschehen bei der Schweizer Webseite des Anbieters am 09.01.2010.
- Wie, was – wie kann ein Onlineshop eine “Bonitätsprüfung” machen? Hat er wohlmöglich ein Bankinstitut ohne meine Zustimmung online abgefragt?
- Wie konnte ich in den letzten Wochen denn nur einen von den zehn Artikeln bei anderen Shops bestellen, wenn ich nicht “Bonitätsfähig” bin?
- Was für eine Frechheit von dem Unternehmen mit der Wolfshaut, mir zu unterstellen ich wäre nicht “kreditwürdig” – denn nichts anderes heisst “nicht Bonitätsfähig” und das ist ja das was sie damit sagen.
Jetzt kommt es aber auch noch besser, in dem angegebenen Pop-Up-Menü lässt sich keine andere Zahlungsart auswählen. Das Pop-Up-Menü ist einfach leer. Was für eine Blamage für ein Weltunternehmen, das sich selbst mit “der führenden Outdoor-Marke” tituliert. Ich habe also umsonst meinen Account ausgefüllt, das Produkt ausgewählt und den Bezahlprozess bis zur “Bonitätsprüfung” durchgeführt. Auf Reklamation per Email darf man von solch einem Unternehmen auch am Wochenende (Samstag) keine Reaktion erwarten, denn das ist was weiter passiert ist.
Ein Unternehmen, welches seine Kunden so behandelt mag die besten Produkte haben, wird aber auf Dauer Kunden verlieren, obendrein wenn die Produkte noch zu den teuersten der Branche zählen.
Die Website Validierung ist aus meiner Sicht nur ein kleiner Teil in der zukünftigen Bewertung von Unternehmen die Onlinebusiness professionell betreiben wollen. Schliesslich steht der Kunde in der ersten Reihe – gerade wenn er was kaufen möchte.
[print_link]
Ähnliche Beiträge
< Trackback URL >
Schlagwörter: adwords, der schweiz, Email, eshop, Fehler, google, html, kaufen, Kredit, Kriterien, Kunde, kundennutzen, online, Onlineshop, Ranking, reklamation, Schweiz, shop, test, Unternehmen, usability, User, validierung, Webseite, Webseiten, wolfskin, Zukunft





