Die zehn häufigsten Fehler bei Online-PR


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Der gesamte Markt der Online-PR ist immer noch im Aufbau und steckt an vielen Stellen noch in den Kinderschuhen. Das zeigen die Fehler, die immer noch in Europa, besonders im deutschsprachigen Raum, gemacht werden. In den USA ist man einige erhebliche Schritte weiter, aber auch dort ist nicht alles Gold was glänzt. Aus meinem beruflichen Alltag möchte ich hier ein paar der wichtigsten Fehler auflisten, die es unbedingt bei Online-PR zu vermeiden gilt.

1. Steter Tropfen höhlt den Stein. “Eine” Pressemitteilung im Jahr und ist sie noch so aufsehenserregend, erzeugt kaum “Return on Investment”. Gerade im Internet, wo es auf ständig neuen Content ankommt, sind kontinuierliche erfolgende Pressemitteilungen und zwar im Tages-, Wochen-, höchstens aber im Monatsrhythmus notwendig, um einen nachhaltigen Erfolg zu garantieren. Auch diesen Punkt darf man nicht überstrapazieren. Abhängig von der Zielgruppe und deren Aufnahmegewohnheiten, darf man auch nicht zu sehr penetrieren, sonst läuft man Gefahr, seine Kunden zu verärgern.

2. Inhalt, Inhalt, Inhalt. Ständig sich wiederholende oder ähnliche Meldungen und Neuheiten sind langweilig und nerven. Das kennt jeder von sich selbst. Das gilt im Besonderen bei Online-PR. Zeit ist Geld. Wer drei Sätze einer Meldung “online” liest und feststellt, dass es eine alte Information ist, die er schon Monate oder Jahre kennt, ist erbost. Auch wenn manche Werber der Devise folgen “es gibt keine guten und schlechten Nachrichten, jede Nachricht ist eine Nachricht”, assoziiert man einen negativen Beigeschmack bei Firmen, die ihre Kunden für blöd halten und sie mit ähnlichen oder gleichen Meldungen nerven. Ein Newsletter ist schnell abgemeldet und eine Email-Adresse aus einer Mailingliste ausgetragen. Ein guter Content mit Aktualität und Nutzen ist Basis jeder Online-PR. Dabei ist weniger mehr.

3. Copyright auf Pressemitteilungen sind deren Tod. Es liegt in der Natur der Sache, dass Pressemitteilungen keinen “grossartigen” Copyright - Bestimmungen unterliegen dürfen. Sie sollen ja so oft wie möglich verbreitet und abgebildet werden. Eine komplizierte Copyright - Bestimmung sorgt dafür, dass die Meldung nur in wenigen Medien veröffentlicht wird. Das steht im Kontrast zur Natur der PR. Natürlich möchte mancher Herausgeber nicht, dass seine Mitteilung und Bilder neben unseriösen Darstellungen auftreten. Das kann man aber mit einem einfache Satz unter der Meldung ereichen. Presseagenturen, die Pressemitteilungen für ihre Kunden veröffentlichen, aber dann strenge und komplizierte Copyright - Bestimmungen erlassen, arbeiten gegen ihre Kundschaft, nicht für sie. Marketing-Verantwortliche in den Unternehmen sollten sich das zu Herzen nehmen. Ich persönlich meide Newsportale komplett, bei denen ich erst immer wieder neu nachlesen muss, was wie verwendet werden darf.

4. Erreichbarkeit und Verfügbarkeit. Bei vielen Firmen kommt es mir so vor, als ob sie ihre “News” als Geheimtipp verstecken wollen. Im hintersten Winkel der Webseit findet man einen Link zu PR oder Media und zu den neusten News. Wahrscheinlich will man nur alte Kunden und Freunde auf die neusten Erungeschaften aufmerksam machen. Bloss keine neuen Kunden anziehen, bloss keinen neuen Kontakt knüpfen. Fremde Menschen sind ja so fremd. Online-PR gehört dick und fett auf die erste Seite eines Webauftrittes und muss entsprechend gekennzeichnet sein. Und dieser Bereich muss gepflegt werden. Man will ja möglichst neue Kunden erreichen und neue Aufträge damit erzielen. Von Bestandserhaltung kann keine Firma bestehen. Wenn es einen Passwortschutz für den Download-Bereich gibt, dann muss auf den Wunsch einer Passwortzusendung “sofort” reagiert werden. Nicht erst in einer Woche. Das Löschen von alten Meldungen oder die Änderung von Links zu alten Meldungen ist das dümmste was man machen kann. Speicherplatz ist heute in der Computerwelt die billigste Komponente überhaupt.

5. Praktikabilität. An vielen Online-PR - Systemen erkennt man, dass dort keine Erfahrung zur Weiterverwendung der Pressemitteilungen vorliegt. Ein Text muss “online” ohne Formatierungscode und möglichst ohne Sonderzeichen und ohne Einschübe oder Texteinzüge kopierbar sein. Werbebanner etc. dürfen deshalb nicht im PR-Text, sondern nur ausserhalb platziert sein. Bilder und Bildunterschriften sollten so im Text stehen, dass man den PR-Text aber auch die Bildunterschriften ungestört kopieren kann. Bilder sollten in einem angemessenen Massstab, möglichst in zwei Grössen zum Download “komprimiert” vorliegen. Je eine Grösse für Online-Darstellungen und für guten Druck. Der Download der Texte sollte auch in einer Datei möglich sein. Eine RTF-Text-Datei ist die besteWahl. Tabellen sollten als Bild geliefert werden, nicht als Text. Die Weiterverarbeitung als Text ist aufwändig und umständlich. Vor allem Banken machen diesen Fehler.

6. Online-PR zusenden. Grössere Erfolge hat man mit Online-PR, wenn man in einem Newsletter oder per Email auf die News aufmerksam machen und den Text gleich mit in der Meldung senden kann. Dabei ist wieder, weniger mehr. Überfrachtete Mails mit hunderten von News sind nicht übersichtlich und praktikabel. Besser ist es wenn man News kategorisiert und zu jeder Kategorie einzelne Emails mit den original Texten anbietet, die dann auch einzeln zu gesendet werden. Für Bilder sollte man in diesen Mails Download - Links anbieten. Nicht jeder möchte ja gleich alle Bilder zu einer Meldung per Email bekommen. Text-Emails sind besser als HTML-Emails. HTML-Emails greifen immer zur Darstellung von Bildern auf das Internet zu und verursachen dadurch Netzwerktraffic und -kosten und verlangsamen die Darstellung.

7. Keine PDF-Dateien. Es gibt Firmen, die glauben das PDF-Format sei das beste Format zur Veröffentlichung von Pressemitteilungen. Das ist nicht so. PDF-Dateien müssen heruntergeladen, dann geöffnet werden und oft gibt es Probleme beim Kopieren der Texte. Für den Ausdruck, also den Endkunden sind sie zwar schön, aber für die Weiterverarbeitung durch andere Webseiten, sehr schlecht. Wenn PDFs die bessere Alternative zu Text-Webseiten wären, dann könnte man ja das ganze Internet durch PDF-Dateien ersetzen. Mich regen die vielen PDF-Dateien auf meinem Computer auf und ich entsorge sie regelmässig mit einem Rundumschlag. Wenn schon PDF, bieten Sie beides an HTML-Seite und PDF-Datei.

8. Technische Fehler. Viele Firmen bieten einen Pressebereich auf ihren Webseiten an, der oft durch Passwortzugang geschützt wird. Oft sind diese Bereiche nicht von Profis getestet worden. Nur bei sehr guten Firmen, wie z.B. Porsche oder Audi, sind sie zielgruppenorientiert aufgebaut und fehlerfrei. Aber selbst bei anderen grossen Firmen, wie z.B. Maserati, gibt es unglaubliche Fehler. Dort wird nur Englisch und Italienisch als Sprachauswahl angeboten. Der Mediabereich ist kaum zu finden. Auf Passwortwünsche wird nicht reagiert. Und bei anderen Firmen sind mir Programmierfehler aufgefallen, die die Benutzung unmöglich machen. Keiner, der Nachrichten weiter verarbeitet, wird sich gerne als Testperson verwenden lassen. Ich lasse deshalb bestimmte News einfach links liegen wenn (massive) technische Fehler im Pressebereich auftreten auch wenn es sich um namhafte Marken handelt.

9. Wer ist Ihre Zielgruppe für Online-PR? Denken Sie bei der Erstellung Ihrer Online-PR an die Zielgruppe. Die erste Stufe ist der Wiederverwender. Also Webseiten die Themen in diesem Bereich bearbeiten. Diese müssen glauben, dass es eine interessante Meldung für die Leser der Webseite ist. Diese müssen leicht an die Meldung und Bilder heran kommen. Diese müssen die Meldung und die Bilder leicht in ihre Webseite integrieren können. Diese sind der Multiplikator für Ihre Meldung. Erst dann kommt der Inhalt für den Endverbraucher. Wer die Wiederverwender missachtet, erreicht keine grosse Leserschaft.

10. Wird Ihre Pressemitteilung gefunden? Wie ich schon weiter oben schrieb, verstecken manche Firmen ihre Pressemeldungen geradezu. Aber nicht nur vor den Augen potentieller Kunden oder Wiederverwender, sondern auch vor Suchmaschinen. Pressemeldungen sind das ideal Werkzeug um den PageRank und die Aktualität und somit die Atraktivität und Suchmaschinenplatzierung Ihrer Webseite zu erhöhen. Eine statische Webseite wird nie so gut gefunden, wie eine auf der immer neue Inhalte hinzu kommen. Gestalten Sie deshalb Ihren Pressebereich “suchmaschinenfreundlich” und erwähnen Sie in den Pressemitteilungen immer einen Link zu der einzelnen Meldung in Ihrem Pressebereich, sowie auf die Index-Seite Ihres Pressebereichs. Übrigens wird in vielen Fällen in der URL der Teil “http://” vergessen. Damit werden viele kopierte Links “fast” nutzlos, denn sie können dann nicht einfach angeklickt werden.